Wie gelingt der Wiedereinstieg nach der Elternzeit? Diese Fragen solltest du dir stellen!

Deine Elternzeit neigt sich langsam dem Ende. Du denkst darüber nach ins Arbeitsleben zurück zu kehren. Sind in deinem Kopf Fragezeichen, wie du deine Rückkehr in den Job überhaupt angehen sollst. Wie wird das Leben mit Job und Kind? Wie gelingt der Wiedereinstieg? Hier ist eine Reihe von Fragen, die du für dich beantworten solltest, um besser in das Berufsleben zurück zu kehren und nicht einer stressigen Zeit entgegen zu blicken.

Dein Wiedereinstieg geht sicher mit gemischten Gefühlen einher. Ich kann mich gut daran erinnern. Bei mir war es so, dass ich mich sehr darauf gefreut habe, wieder mit Erwachsenen zu reden und dabei keine Kinderthemen zu haben. Außerdem wollte ich etwas beitragen. Ich arbeite einfach gerne. Und ich wollte wieder mein eigenes Geld verdienen. Auf der anderen Seite brach mir schon der Gedanke daran, meine Kinder nicht bei mir zu haben, das Herz. Kennst du diese Zerrissenheit?

Der gelungene Wiedereinstieg: Finde dein Warum!

Die allererste Frage, die du dir stellen solltest, wenn du wieder zurück in den Job gehst, ist die Frage nach dem Warum. Das klingt banal, ist aber elementar. Warum möchtest du wieder arbeiten gehen? Jede Mutter hat eine eigene Antwort darauf. Hier lohnt es sich, darauf zu schauen, damit später die Arbeit nicht zum Frustfaktor wird. Auf die Frage nach dem Warum gibt es verschiedene Kategorien. Ich möchte keine der Kategorien oder Gründe bewerten. Mein Ziel ist es, dass jede Familie für sich selbst ein Lebenskonzept entwirft, in dem alle Beteiligten zufrieden sind. Wenn deine erste Antwort ist, weil ich Muss, solltest du ganz genau hinschauen.

Dein Grund: Geld und eigenes Einkommen

Ein Hauptgrund für den Wiedereinstieg ist das Geld. Entweder fehlt das zweite Einkommen, um den Lebensstandard zu halten oder es ist dir wichtig, dein eigenes Geld zu verdienen, um unabhängig zu sein. In jedem Fall lohnt es sich eine Liste aller Ausgaben zu machen, die monatlich anfallen. Vor allem, wenn immer mal wieder die Frage aufkommt „Wo ist das ganze Geld eigentlich hin?“ solltet ihr ein Haushaltsbuch führen. Nach drei Monaten lassen sich ganz gut Rückschlüsse ziehen, welche Ausgaben für euch wichtig sind und auf welche ihr gegebenenfalls verzichten könnt. Während meines BWL-Studiums habe ich sehr schnell gelernt, dass es zwei einfache Regeln gibt, damit mehr Geld da ist: 1. Es kommt mehr Geld rein. 2. Es geht weniger Geld raus. Finde deinen Grund, warum du Geld brauchst und wie du dazu kommen kannst.

Falls Geld dein einziger Motivator ist, kann es sein, dass du nach deinem Wiedereinstieg gefrustet bist. Du verbringst deine kostbare Zeit mit etwas, was dir keinen Spaß macht oder dir sonst irgendetwas bedeutet. Diese Zeit würdest du vielleicht lieber mit deinem Kind verbringen. Wenn es also um das reine Geld verdienen geht, lohnt es sich, herauszufinden, ob es bei euch Sparpotential gibt oder ob du eine Tätigkeit findest, die mehr Stundenlohn bringt, so dass du weniger Zeit dafür aufwenden musst.

Ein Haushaltsplan gibt einen guten Überblick über eure Ausgaben, deckt mögliches Sparpotential auf und klärt, wie viel Geld ihr wirklich benötigt, um euren Lebensstandard zu halten.

Dein Grund: Anerkennung und etwas beitragen

Ein weiterer Grund, der bei mir auch Ausschlag gebend war, ist die Anerkennung. Leider ist Care Arbeit, also die nicht bezahlte Familienarbeit, in unserer Kultur nicht anerkannt. In meinen Augen ist das ein großer Missstand und muss dringend geändert werden. In der Berufswelt wird Mutterschaft noch nicht als Benefit angesehen. Meine Mission ist es, das zu ändern. Aber abseits von dieser Denke kann es während der Elternzeit dazu kommen, dass man sich gleichzeitig unterfordert und überfordert fühlt.

Es fehlt der Austausch über fordernde Themen, Kontakt mit Kollegen und gegenseitige Anerkennung für die erfolgreich bearbeiteten Aufgaben. Während der Elternzeit kann es sich anfühlen, als wäre das Berufsleben eine andere Welt, in die man wieder eintauchen möchte. Wenn Anerkennung dein Antreiber ist, lohnt es sich genauer hinzuschauen, was in der aktuellen Lebensphase genau fehlt.

Damit dein Wiedereinstieg gelingt, finde heraus, welche Aspekte der sozialen Anerkennung dir in deinem Job wichtig sind. Wenn du in das Arbeitsleben zurückkehrst und deine Bedürfnisse werden dort nicht bedient, wird dein Wiedereinstieg mit Frust verbunden sein. Ist dir zum Beispiel der direkte Austausch mit Kollegen wichtig, ist ein Wiedereinstieg im Homeoffice für dich keine gute Alternative und du wirst dich schnell zwischen Job und Kind aufreiben.

Gelungen in einen ganz anderen Job einsteigen

Die Geburt des ersten Kindes ist ein lebensverändernder Einschnitt. Unser Wertesystem verschiebt sich und mache Prioritäten ändern sich. Vielleicht merkst du, dass du nicht in deinen bisherigen Job zurück kehren möchtest. Es kann sogar sein, dass du dein bisheriges Leben in Frage stellst und darüber nachdenkst eine ganz andere Richtung einzuschlagen.

Strebst du mit deinem Wiedereinstieg eine Veränderung an? Das ist in der ersten Erkenntnis verunsichernd. Das Leben hat sich mit Kind komplett verändert und jetzt soll auch noch eine berufliche Veränderung stattfinden? Da poppen doch direkt die inneren Stimmen auf, die dir zurufen: „Du bist zu alt. Was willst du überhaupt machen? Das wird zu anstrengend. Du weißt doch gar nicht, was du willst. Schuster bleib bei deinen Leisten….“

Lass dir von deiner inneren Kritikerin deinen Wiedereinstieg nicht versauen!

Das ist völlig normal. Lass sie reden. Du bist nie zu alt und es ist nie zu spät! Meine Oma hat mit 80 gesagt “Was soll ich denn jetzt noch umziehen, wer weiß wie lange ich noch da bin.” Sie ist 95 geworden. Sie hätte 15 Jahre lang in einer neuen Wohnung leben können!

Grundsätzlich ist dieser innere Kritiker dazu da, uns zu schützen. Alles Ungewisse birgt unbekannte Risiken, die Energie und Kraft kosten. Kennst du das Sprichwort „Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach.“ Nimm das was du bekommen kannst.

Was hat das jetzt mit deinem gelungenen Wiedereinstieg zu tun? Wenn dir dein Spatz in der Hand Bauchschmerzen beschert, dann ist er nicht die bessere Lösung! Will sagen, wenn dir dein alter Job keine Freunde bringt, dann geh nicht dorthin zurück. Machst du es doch, wirst du dein Leben mit Job und Kind als anstrengend und kräftezehrend empfinden

Wenn du also vor einer Umorientierungsphase stehst, dann nutze deine Elternzeit. Es ist eine fantastische Gelegenheit, um dich nochmal neu auszurichten und dein Leben zu gestalten. Deine Zeit ist jetzt! Finde heraus, was du machen willst du machen willst und dann geh Schritt für Schritt hin zu deinem neuen Job. So gelingt dir dein Wiedereinstieg.

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Du brauchst Klarheit für deinen gelungenen Wiedereinstieg

Wenn dir klar ist, warum du wieder arbeiten möchtest, was du arbeiten möchtest und was deine Antreiber sind, kommt ein wichtiger Aspekt, der in den meisten Rückkehr-Gesprächen vernachlässigt wird. Oft wird darüber gesprochen, wann und wie die Frau arbeiten kann. Es geht selten darum, wann und wie die Frau arbeiten will. (Hier kannst du mehr über die Planung  deines Rückkehr-Gesprächs lesen).

Die Rückkehr nach der Elternzeit ist eine Umbruchphase, die du dazu nutzen kannst, dir optimale Bedingungen zu wünschen. Wenn du dann noch den Vorteil für deinen Arbeitgeber im Fokus behältst, hast du gute Chancen dir eine sehr gute Grundlage für Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu schaffen.

Wenn du weißt wann und wie du arbeiten möchtest, kannst du mit einem konkreten Plan an deinen Arbeitgeber (oder potentiellen Arbeitgeber) herantreten. Falls du eine Anleitung für deine Rahmenbedingungen brauchst, kannst du dir hier deinen persönlichen Rückkehr-Plan kostenlos herunterladen.

Was deine optimalen Rahmenbedingungen angeht, liegt es an dir, dich zu informieren, welche Möglichkeiten zur Umsetzung es gibt und was zu dir passt. Natürlich wäre es wünschenswert, wenn diese Aufgaben von deinem Arbeitgeber übernommen werden würden. Wenn da nichts kommt, liegt es in deiner Verantwortung. Deine Arbeit ist Teil deines Lebens. Daher überlass sie nicht dem Zufall, sondern setze dich aktiv dafür ein, dass dir dein Wiedereinstieg gelingt.

Du willst in Teilzeit in deinen Job zurück kehren

Du möchtest weiterhin deine Kinder eng begleiten und deswegen beruflich kürzer treten? Informiere dich gut, welche Möglichkeiten es gibt und wie dein Arbeitsalltag aussehen wird. Es kann sein, dass du dann deine alte Stelle nicht zurück bekommst oder nur Aufgaben, die dich langweilen. Gerade wenn du in Teilzeit zurück kehren willst, ist eine Vorbereitung für deinen Wiedereinstieg extrem wichtig.

Arbeitszeit-Modelle im Überblick, für alle, die nicht Vollzeit arbeiten wollen

Klassisches Teilzeitmodell

  • reduzierte tägliche Arbeitszeit
  • regelmäßige Verteilung der Arbeitsstunden
  • damit verbundenen besseren Planbarkeit von Anwesenheiten und Kinderbetreuungsbedarf
  • in aller Regel für alle Seiten am einfachsten umzusetzen

Variables Teilzeitmodell

  • reduzierte wöchentliche Arbeitszeit auf zwei bis fünf Tage verteilt
  • dabei kann die tägliche, wöchentliche oder monatliche Stundenzahl variieren
  • eignet sich besonders gut, wenn ein unterschiedlich starker Arbeitsanfall im Betrieb (zum Beispiel saisonale Schwankungen in der Auftragslage) und der Bedarf der Beschäftigten nach flexiblen Arbeitszeiten zueinander passen.

Abgestufte Teilzeit

  • ermöglicht einen sanften Einstieg in zwei oder drei Phasen
  • In einer ersten Phase arbeiten die Beschäftigten zunächst nur wenige Stunden pro Woche. Die Stundenanzahl wird dann in einem oder in mehreren Schritten aufgestockt.

Jobsharing

  • Jobsharing ist eine moderne Ausgestaltungsform der Teilzeitarbeit.
  • Mehrere Beschäftigte teilen einen Arbeitsplatz.
  • In der Regel Jobsplitting zwischen zwei Beschäftigten. Sie erledigen die Arbeiten, die in ihrem jeweiligen Zeitabschnitt anfallen, in eigener Verantwortung.
  • Die Arbeitszeit kann nach unterschiedlichen Modellen aufgeteilt sein: an einem Tag (vormittags/ nachmittags), tageweise oder wochenweise

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Kreiere deinen gelungen Wiedereinstieg!

Wenn es um deinen Wiedereinstieg geht, solltest du keine Kompromisse eingehen. Werde dir im ersten Schritt klar, warum du zurück in den Job willst und wie du dein Leben gestalten willst. Finde Klarheit in dir und gehe deinen Weg. Der erste Schritt in Richtung leben mit Job und Kind, beginnt bei dir!

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