Ende der Elternzeit – so bereitest du deine Rückkehr in den Job optimal vor

Die Elternzeit naht sich dem Ende. Gemischte Gefühle kommen auf. Kann ich mein Kind schon abgeben? Wie wird ihm gehen? Wie wird es im Job laufen? Klappt das mit der Vereinbarkeit? Viele Unsicherheiten tauchen auf. Das Gute daran, auf einige kann man sich vorbereiten.Wie das Kind die Fremdbetreuung finden wird, gehört leider nicht dazu. Hier hilft einfach nur Zeit. Plant genug Zeit ein, so dass der Berufsstart nicht schon direkt mit Zeitdruck anfängt. Plant mindestens vier Wochen für die Eingewöhnung, wenn ihr es irgendwie hinbekommt, nehmt sechs. Im besten Fall geht es schneller und du kannst die gewonnen Zeit für deine Rückkehr in das Arbeitsleben nutzen.

 

Warum denn überhaupt den Wiedereinstieg planen?

Da wären wir jetzt mitten im Thema. Warum ist eine gute Vorbereitung auf deine Rückkehr überhaupt so wichtig? Wenn du denkst, es wird sich schon alles irgendwie ergeben, dann hast du damit recht. Ob es sich zu deinem Vorteil ergibt, wage ich zu bezweifeln. Wenn du dich nicht auf deine Rückkehr vorbereitest, überlässt du die Planung den anderen und du fühlst dich noch mehr fremdbestimmt, als du ohnehin schon bist. Damit steigst du noch tiefer ins Hamsterradrennen ein. Deine Rückkehr startet mit deinem Rückkehr-Gespräch. Dein Arbeitgeber hat gar kein Gespräch geplant oder das Gespräch findet erst an deinem ersten Arbeitstag statt? Nimm das Telefon in die Hand oder schreib eine E-Mail. Vereinbare einen Termin, mindestens vier Wochen vor deiner Rückkehr, besser sechs. Wenn du Hilfe bei der Planung deines Rückkehr-Gesprächs brauchst, dann lade dir hier kostenlos deinen Rückkehr-Planer herunter. Darin findest du eine Reihe von Fragen, die dir die Vorbereitung auf das Gespräch erleichtern.

Der Sinn des Rückkehr-Gesprächs

Deine Aufgabe in diesem Gespräch ist es, dem Arbeitgeber klar zu machen, dass er immer noch wichtig für dich ist und dass du immer noch die gute Arbeitnehmerin bist, die du vorher warst. Nur hat sich jetzt deine Familiensituation geändert. In Zusammenarbeit mit deinem Arbeitgeber kannst du das Beste aus deiner Arbeitskraft herausholen, damit er weiterhin Geld mit dir verdient (alleine darum geht es doch).

Zeitdruck ist der Feind der Entspannung

Klingt logisch. Ist auch so. Deswegen ist genügend Zeit für die Eingewöhnung wichtig, so habt ihr einen entspannten Start. Für einen entspannten Start für dich ist eine gewisse Zeitspanne zwischen dem Gespräch und deinem ersten Arbeitstag wichtig. Damit du dich gut vorbereiten kannst. Aber auch für deinen Arbeitgeber, der sich besser auf dich vorbereiten kann. Damit meine ich jetzt nicht, dir einen Arbeitsplatz hinzustellen und dir neue Passwörter zu organisieren. Damit meine ich, dich schon in Projekte einzuplanen, dich mitzudenken, dich schlicht schon auf dem Schirm zu haben. Wir müssen da leider der Wahrheit ins Auge blicken. Der Laden läuft momentan ohne dich. Wahrscheinlich würde er mit dir besser laufen. Dafür müssen sich Abläufe verändern. Veränderung will das Gehirn lieber vermeiden, weil es Energie kostet. Arbeitsabläufe müssen angepasst, Routinen müssen verändert werden. Nicht nur die, in deiner Firma, auch deine.

Routinen sind Gold wert

Auch eure Routinen zuhause müssen verändert werden. Was muss morgens alles erledigt werden? Wer bringt das Kind? Wer macht es fertig? Falls es viel alleine machen darf (oder will) braucht das einen extra Puffer. Was kann vielleicht schon abends erledigt werden. Es dauert eine Weile, bis sich das alles eingespielt hat. Daher übt morgens ruhig zwei Wochen bevor du wieder anfängst zu arbeiten, das Haus so zu verlassen, wie es sein muss, dass ihr alle halbwegs pünktlich uns stressfrei aus dem Haus kommt (und geht auch wirklich raus, zur Not mach einen Spaziergang zum Bäcker). Es wird sowieso Tage geben, da wirst du schweißgebadet mit einem 180er Puls bei der Arbeit ankommen und dich erst einmal völlig erledigt auf den Stuhl fallen lässt. Also versucht schon vorher eine gute Familien-Morgen-Routine für euch zu finden, auch wenn du noch gar nicht wieder angefangen hast, zu arbeiten.

Der Vorteil des Rückkehr-Gesprächs für dich

Wenn du dich richtig auf das Gespräch vorbereitest, wirst du entspannter in deinen Job zurückkehren. Schreib dir dein Wunschkonzert zusammen, wie du zukünftig arbeiten möchtest, mit wem und was. Was hast du vor deiner Schwangerschaft inhaltlich gearbeitet? Erinnere dich an deine Hauptaufgaben und auch ein die kleinen Dinge, die regelmäßig angefallen sind. Liste erst einmal alles auf, selbst wenn du regelmäßig die Spülmaschine ausgeräumt hast, weil es sonst keiner tut. Sortiere dann nach Zeitaufwand von groß nach klein. Markiere dir alle Aufgaben, die dir Spaß gemacht haben, egal ob sie lange gedauert haben oder tägliche Routinen waren. Tippe sie, für Vorgesetzte verständlich, in ein Dokument. Behalte auch unbedingt eine Kopie für dich. Wenn du dir grundsätzlichere Gedanken über deinen Wiedereinstieg machst, dann lies auch den Artikel mit den Fragen, die du dir vor dem Wiedereinstieg stellen solltest.

 

Nutze den Rest der Elternzeit

So vorbereitet kannst du gut in das Gespräch mit deinen Vorgesetzten gehen. Bevor du deine Vorstellungen ansprichst, lass dich über die aktuellen Geschehnisse in der Firma aufklären, personell, inhaltlich, strukturell. Suche Antworten auf folgende fragen: Kannst du schon Projektinfos mitnehmen, um dich einzuarbeiten. Gibt es ein neues Programm, was du noch in der Elternzeit lernen kannst? Mit diesen Infos kannst du deinen Chefs konkrete Vorschläge machen, wie du dich in der Elternzeit noch auf Stand bringen kannst. Zusammen mit der Liste deiner Aufgaben wirst du deiner Firma zeigen, dass du immer noch ein wichtiger und engagierter Teil der Firma bist!

Eigenverantwortung ist das Zauberwort

Vielleicht ist dir das alles zu viel. Vielleicht denkst du dir, warum solch ein Aufwand betreiben? Oder, warum soll ich mich so anstrengen, von der Firma kommt ja nichts. Zuerst einmal musst du überhaupt nichts. Wenn du dich dagegen entscheidest, deinen Wiedereinstieg in die Hand zu nehmen, ist das auch eine Entscheidung. Du gibst damit die Verantwortung ab und jemand anderes kümmert sich um dein berufliches Leben. Der andere wird nicht deine Vorteile im Blick haben. Du entscheidest, wie erfolgreich dein Wiedereinstieg in den Beruf wird!

 

Wenn du wissen willst, was mich nach meinem Wiedereinstieg am meisten überrascht hat, lese hier 7 Dinge, die ich gerne vor meinem Wiedereinstieg nach der Elternzeit gewusst hätte: Zum Artikel

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